Montag, 20. Juli 2026

Jemenitische Houthis kündigen Seeblockade an – Ölmärkte unter Druck

20. Juli 2026
Jemenitische Houthis kündigen Seeblockade an – Ölmärkte unter Druck
Jemenitische Houthis kündigen Seeblockade an – Ölmärkte unter Druck

Die jemenitischen Houthis haben soeben eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verkündet. Nach Aussage des Sprechers Yahya Saree begründen die Milizen diesen Schritt als Reaktion auf die von Riad verhängte Belagerung der jemenitischen Hauptstadt. Sollte die Blockade tatsächlich umgesetzt werden, stellt dies ein erhebliches Risiko für die globalen Ölströme dar.

Bislang nutzt Saudi-Arabien eine Ölpipeline, die sich von Osten nach Westen durch die Wüste erstreckt und zum Roten Meer führt. Diese Route ermöglicht es dem Königreich, die Straße von Hormus zu umgehen und weiterhin bedeutende Ölmengen auf den Weltmarkt zu bringen – insbesondere über den Hafen Yanbu. Die tägliche Ausfuhrmenge von diesem Standort beläuft sich auf rund 4,5 Millionen Barrel pro Tag, die größtenteils die Meerenge Bab al-Mandab durchlaufen, um südwärts zu gelangen.

Die geografische Nähe der Houthis zum Roten Meer macht eine effektive Blockade dieser Transportroute technisch machbar. Eine erfolgreiche Unterbrechung würde bedeuten, dass diese Ölmengen nicht mehr verschifft werden könnten – ein Szenario, das zu einer erheblichen Verknappung des Angebots auf dem Weltmarkt führen würde. Diese Entwicklung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Ölströme durch die Straße von Hormus bereits deutlich gesunken sind, da die Spannungen zwischen dem Iran und den USA wieder eskalieren.

Die unmittelbare Marktreaktion war spürbar: Der Brent-Ölpreis stieg innerhalb weniger Minuten von 87 auf 88,51 Dollar pro Barrel, während Aktienkurse leicht nachgaben.

Geopolitische Dimension

Die Houthis gelten als regionales Instrument des Iran, um Instabilität in der Region zu schaffen. Eine solche Eskalation könnte als strategischer Zug Teherans interpretiert werden, um die USA und die Golfstaaten an den Verhandlungstisch zu bringen. Durch die Mobilisierung der Houthis könnte der Iran seine Verhandlungsposition stärken.

Entlastung am Vormittag

Noch am Vormittag des gleichen Tages gab es vorübergehende Erleichterung für die Ölmärkte. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, teilte mit, dass der Iran „einige Vorschläge" von ungenannten Vermittlern bezüglich des Konflikts mit den USA erhalten habe. Nähere Angaben machte er allerdings nicht.

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