Ölpreis springt um knapp 6 Prozent – Hormus-Spannungen verschärfen sich

Geopolitische Spannungen treiben Rohölnotierungen nach oben
Zum Wochenstart hat sich die Lage am Persischen Golf dramatisch zugespitzt. Der Ölpreis reagierte mit einem deutlichen Kurssprung: Ausgehend von 75,24 Dollar am Freitagabend kletterte die Notierung bis zum Montagmorgen auf 79,66 Dollar – ein Plus von 5,87 Prozent. Hintergrund dieser Bewegung ist Irans Erklärung, die Straße von Hormus erneut für geschlossen zu erklären.
Die Märkte bewerten diesen Schritt als erhebliches Versorgungsrisiko. Sollte die Meerenge tatsächlich für den Schiffsverkehr blockiert werden, hätte dies unmittelbare Auswirkungen auf Ölströme insbesondere nach Asien. Anleger kalkulieren mit Engpässen und preisen diese Verknappungsprämie in die Notierungen ein.
US-Militär widerspricht iranischen Darstellungen
Das US-Zentralkommando (Centcom) bestreitet die iranische Behauptung einer Sperrung. Nach Angaben von Centcom führten US-Streitkräfte erneut Operationen durch, um die Schifffahrtsfreiheit in der Wasserstraße zu gewährleisten. Diese Einsätze am Sonntagmittag waren bereits der vierte US-Militäreinsatz innerhalb von sieben Tagen.
Laut Centcom-Mitteilung erfolgten die Operationen als Reaktion auf einen iranischen Angriff auf ein unter zypriotischer Flagge fahrendes Containerschiff. CNN berichtete zudem, dass die Islamischen Revolutionsgarden auf Handelsschiffe gefeuert hätten. Gleichzeitig hätten US-Luftfahrzeuge einen iranischen Marschflugkörper und eine Angriffsdrohne abgefangen.
Internationale Energieagentur warnt vor Versorgungsproblemen
Die Eskalation wirft Fragen zur globalen Energieversorgung auf. Die Internationale Energieagentur teilte am Freitag mit, dass der anhaltende Konflikt Pläne zur Aufstockung der weltweit erschöpften Ölreserven in diesem Jahr gefährden könnte – ein deutliches Signal für die wirtschaftlichen Implikationen dieser Krise.
Energieanalyst Saul Kavonic von MST Marquee ordnet die aktuelle Situation ein: Zwar intensiviere sich die Eskalation, bleibe aber „deutlich unter einem umfassenden Krieg". Dennoch erwartet Kavonic, dass „Ölpreise schrittweise weiter anziehen dürften, solange die Angriffe andauern und die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zurückhaltender bleibt."
Diplomatische Blockade zwischen Teheran und Washington
Die diplomatischen Kanäle sind unterdessen verstopft. Irans Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, die „Ära einseitiger Abkommen ist VORBEI". Teheran fordert, dass Washington zunächst frühere Zusagen bezüglich der Schifffahrtsfreiheit durch Hormus und zur Normalisierung iranischer Ölexporte erfüllen müsse, bevor Verhandlungen wieder aufgenommen werden können.
US-Präsident Donald Trump seinerseits erklärte, die Waffenruhe sei „VORBEI", signalisierte aber gleichzeitig Verhandlungsbereitschaft der USA.
Trumps deutliche Warnung auf Truth Social
Am Samstag postete Trump auf der Plattform Truth Social eine unmissverständliche Botschaft an den Iran. Darin teilte er mit, dass 1.000 Raketen einsatzbereit und auf die Islamische Republik gerichtet seien, mit Tausenden weiteren im Bereitschaftszustand. Dies geschehe als Reaktion auf iranische Drohungen gegen sein Leben.
Trump zufolge seien bereits Befehle erteilt worden. Das US-Militär sei „bereit, willens und in der Lage", über einen Zeitraum von einem Jahr – mit möglicher Verlängerung – alle Gebiete des Iran „vollständig zu verwüsten und zu zerstören".
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