Donnerstag, 16. Juli 2026

US-Inflation im Juni unerwartet schwach – Zinserhöhung im Juli rückt in die Ferne

14. Juli 2026
US-Inflation im Juni unerwartet schwach – Zinserhöhung im Juli rückt in die Ferne
US-Inflation im Juni unerwartet schwach – Zinserhöhung im Juli rückt in die Ferne

Die Juni-Inflationsdaten der Vereinigten Staaten haben die Erwartungen der Marktteilnehmer deutlich unterschritten. Die Verbraucherpreise sanken gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent – ein überraschend starker Rückgang, der die Prognose von minus 0,1 Prozent weit hinter sich ließ. Im Mai hatte noch ein Plus von 0,5 Prozent vorgelegen. Besonders bemerkenswert: Dies ist der erste Monat mit negativem Wert seit 2020.

Im Jahresvergleich fiel der Preisanstieg mit 3,5 Prozent ebenfalls geringer aus als erwartet. Analysten hatten mit 3,8 Prozent gerechnet, während der Vormonatswert noch bei 4,2 Prozent gelegen hatte.

Die Kernrate, die von der Federal Reserve besonders genau beobachtet wird, zeigte sich stagnant. Gegenüber dem Vormonat veränderten sich die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie um null Prozent – deutlich unter der Erwartung von plus 0,2 Prozent. Im Jahresvergleich betrug die Kernrate 2,6 Prozent, während 2,8 Prozent prognostiziert worden waren. Der Vormonatswert lag bei 2,9 Prozent.

Die Marktreaktion fiel unmittelbar deutlich aus. Erst am Vortag hatte Fed-Ratsmitglied Waller signalisiert, dass stärker als erwartete Inflationszahlen die US-Notenbank bereits im Juli zu einer Zinserhöhung bewegen könnten. Mit den aktuellen Daten entfällt dieses Szenario vorerst. US-Futures notierten im Anschluss fester, während die Renditen amerikanischer Anleihen nachgaben – beide Reaktionen spiegeln die geringere Wahrscheinlichkeit einer Juli-Zinserhöhung wider.

Allerdings mahnen Beobachter zur Vorsicht: Ein Monat schwacher Daten reicht nicht aus, um einen Trend zu bestätigen. Zudem zeigt sich der Ölpreis wieder aufwärtsgerichtet, was künftige Preisdrücke mit sich bringen könnte.

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