ASML übertrifft Erwartungen mit starkem Q2 und optimistischem Ausblick

ASML, als führender Anbieter von Produktionsanlagen für die globale Chipindustrie, nimmt eine Schlüsselposition in der Wertschöpfungskette ein. Die Geschäftsentwicklung des Unternehmens gilt dabei als zuverlässiger Indikator für die künftige Dynamik bei den Chipherstellern selbst.
Die soeben veröffentlichten Quartalsergebnisse fallen überraschend positiv aus. An der Tradegate notiert die Aktie derzeit mit einem Plus von 3,3 Prozent. Für Anleger, die bereits im ersten Quartal auf die anhaltende KI-Euphorie gesetzt haben, könnte dies ein erneutes Bestätigungssignal darstellen.
Umsatz und Gewinn deutlich über Prognosen
Im zweiten Quartal erzielte ASML einen Gesamtumsatz von 9,33 Milliarden Euro, gegenüber 7,69 Milliarden Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Markterwartung hatte bei 8,85 Milliarden Euro gelegen. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 7,59 Euro nach 5,90 Euro im Vorjahr, während Analysten mit 6,84 Euro kalkuliert hatten. Die Bruttomarge erreichte 54,0 Prozent und lag damit ebenfalls über den Prognosen.
Das Unternehmen führt die Outperformance primär auf überraschend starke Ergebnisse im Bereich Installed Base Management zurück.
Erhebliche Anhebung der Jahresprognose
Besonders bemerkenswert ist die deutliche Erhöhung der Jahresprognose. Für das dritte Quartal 2026 erwartet ASML einen Umsatz zwischen 11,0 und 12,0 Milliarden Euro – die bisherige Markterwartung lag bei 10,27 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert das Unternehmen nun einen Gesamtnettoumsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro, während die vorherige Guidance 36 bis 40 Milliarden Euro umfasste.
Die Bruttomarge für das Gesamtjahr wird auf 54 bis 56 Prozent taxiert, gegenüber der bisherigen Erwartung von 51 bis 53 Prozent.
Massive Kapazitätsausbaupläne
Der Konzern plant erhebliche Investitionen in seine Produktionskapazitäten. Für die Low-NA-EUV-Technologie soll die für 2026 geplante Kapazität von etwa 65 Einheiten bis 2027 um 30 Prozent erhöht werden. Zusätzlich wird derzeit eine weitere Kapazitätssteigerung um 30 Prozent für 2028 geprüft. Ähnliche Pläne gelten für die DUV-Immersionstechnologie: Die Kapazität soll von etwa 130 Einheiten im Jahr 2026 bis 2027 um 30 Prozent wachsen, mit einer zusätzlichen Überprüfung einer 30-prozentigen Erweiterung für 2028.
Das Upgrade-Portfolio wird parallel deutlich ausgebaut.
Treiber: KI-Nachfrage und Kundendynamik
Christophe Fouquet, Präsident und Vorstandsvorsitzender von ASML, begründet die positive Entwicklung mit der anhaltenden Dynamik bei Investitionen im Bereich künstliche Intelligenz. Die kontinuierlichen Fortschritte bei KI-Technologien treiben die Nachfrage nach fortschrittlichen Logik- und Speicherchips an und stärken damit die mittelfristigen Wachstumsaussichten der Halbleiterindustrie.
Besonders relevant: Die Kunden von ASML beschleunigen ihre Kapazitätsausbaupläne. Der Auftragseingang blieb im ersten Halbjahr außergewöhnlich robust. Die Kundenzusagen erstrecken sich über das gesamte Produktportfolio und verschaffen ASML bessere Sichtbarkeit für die längerfristige Nachfrage.
Ausblick auf Capital Markets Day
Fouquet kündigte an, dass ASML auf dem nächsten Capital Markets Day am 10. Juni 2027 seine längerfristigen Prognosen aktualisieren wird, um aktuelle Markt- und Technologietrends zu berücksichtigen.
Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit Forschungs- und Entwicklungskosten von etwa 1,2 Milliarden Euro sowie Vertriebs- und Verwaltungskosten von rund 0,4 Milliarden Euro.
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