Mittwoch, 20. Mai 2026

Trumps Iran-Angriff-Verschiebung bewegt Ölmarkt – doch Bestätigung der Nachbarn fehlt

19. Mai 2026
Trumps Iran-Angriff-Verschiebung bewegt Ölmarkt – doch Bestätigung der Nachbarn fehlt
Trumps Iran-Angriff-Verschiebung bewegt Ölmarkt – doch Bestätigung der Nachbarn fehlt

Die Ölmärkte reagierten gestern Abend merklich auf eine Mitteilung von Donald Trump: Der Brent-Rohöl-Futures-Preis rutschte von 112 Dollar auf 108,20 Dollar ab, erholte sich dann aber wieder auf 110,26 Dollar. Grund für diese volatile Bewegung war Trumps Ankündigung, einen für heute geplanten Militärangriff gegen den Iran zu verschieben.

Nach Trumps Darstellung hätten der Emir von Katar (Tamim bin Hamad Al Thani), Saudi-Arabiens Kronprinz (Mohammed bin Salman Al Saud) und der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (Mohamed bin Zayed Al Nahyan) um diese Verschiebung gebeten. Allerdings liegen von diesen Staaten bislang keine öffentlichen Stellungnahmen vor, die diese Version unterstützen würden.

Als einzige Informationsquelle fungiert Trump selbst: Ein Statement um 21 Uhr deutscher Zeit auf Truth Social sowie anschließende Aussagen gegenüber Journalisten. In seinem Post erklärte Trump, dass derzeit ernsthafte Verhandlungen stattfänden und er deshalb das für morgen geplante Militäreinsatz aussetzen werde. Kriegsminister Pete Hegseth, Generalstabsvorsitzender Daniel Caine und das US-Militär seien angewiesen worden, den Angriff nicht durchzuführen. Gleichzeitig betonte Trump, dass die Streitkräfte in Bereitschaft bleiben sollen, um jederzeit einen umfassenden Angriff durchführen zu können, sollte keine akzeptable Einigung erzielt werden. Ein zentrales Verhandlungsziel sei die Verhinderung von Atomwaffen für den Iran.

Später präzisierte Trump gegenüber Reportern, dass die Verschiebung vorerst gelte. „Hoffentlich vielleicht für immer, möglicherweise aber nur für kurze Zeit, weil wir sehr umfangreiche Gespräche mit dem Iran geführt haben", sagte er und deutete an, dass das Ergebnis dieser Verhandlungen abzuwarten sei.

Beobachter deuten Trumps Vorgehen unterschiedlich. Eine mögliche Interpretation: Der Präsident könnte bewusst Druck auf den Iran ausüben, indem er die unmittelbare Angriffsgefahr signalisiert, um Teheran zu schnelleren Zugeständnissen zu bewegen. Ein Angriff würde die Straße von Hormus gefährden und den Ölpreis erheblich unter Druck setzen – ein Szenario, das Trump angesichts der Zwischenwahlen im November vermeiden dürfte, da höhere Benzin- und Dieselpreise an den Zapfsäulen seiner Wählerbasis schaden würden. Gleichzeitig könnte Trump durch Zurückhaltung auch befürchten, sein politisches Gesicht zu verlieren, sollte er dem Iran bei Verhandlungen zu große Zugeständnisse machen.

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