Trumps Wertpapiertransaktionen in politisch sensiblen Unternehmen werfen Interessenskonflikte auf

Finanzdokumente enthüllen ein komplexes Bild von Kapitalströmen des US-Präsidenten in Richtung großer amerikanischer Konzerne, deren regulatorisches Umfeld durch seine Verwaltung geprägt wird. Die Offenlegungen bei der US Office of Government Ethics, veröffentlicht am Donnerstag, dokumentieren ein breites Portfolio von Aktien- und Anleihepositionen, deren Gesamtwert Bloomberg News zufolge mehrere zehn Millionen Dollar oder möglicherweise darüber hinausgeht.
Besonders auffällig ist die Häufung von Transaktionen bei Unternehmen, deren Geschäftsmodelle unmittelbar mit präsidialen Entscheidungen verflochten sind. Nvidia beispielsweise unterliegt US-Exportrestriktionen für China, die unter Trumps Verwaltung gelten. Intel profitiert von einer staatlichen Unterstützungsvereinbarung aus dem August, wonach die Regierung einen 10-Prozent-Anteil für knapp 9 Milliarden Dollar übernimmt. Beide Konzerne erscheinen in Trumps Transaktionsaufzeichnungen – bei Intel sind es sogar sechs separate Geschäfte.
Die über 100 Seiten umfassenden Offenlegungsdokumente nennen Käufe und Verkäufe nur in breiten Wertspannen. Im ersten Quartal erwarb der Präsident nach diesen Unterlagen Positionen im Umfang von bis zu jeweils 5 Millionen Dollar (umgerechnet 4,3 Millionen Euro) bei Unternehmen wie Nvidia, Oracle, Microsoft, Boeing und Costco. Eine besondere Grauzone besteht darin, dass die genaue Anlageklasse dieser Transaktionen nicht offengelegt werden muss – anders als bei Mitgliedern des Kongresses bleibt unklar, ob es sich um Aktien oder andere Wertpapiere handelt.
Im Bereich der Medienbranche zeigt sich ein weiteres Muster: Netflix, Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery waren monatelang in einen Übernahmewettbewerb verwickelt, der kartellrechtliche Fragen aufwarf. Trump investierte in alle drei Unternehmen. Im März kaufte er eine kleinere Beteiligung an Warner Bros. Discovery (mindestens 30.000 Dollar) sowie eine Position bei Paramount Skydance (mindestens 15.000 Dollar). Bei Netflix meldete er 19 Transaktionen, darunter Verkäufe in Spannbreiten zwischen 1.000 und 5 Millionen Dollar.
Die größten Desinvestitionen fanden am 10. Februar statt, als Trump Positionen bei Microsoft, Meta Platforms und Amazon abstieß – jeweils in einer Größenordnung zwischen 5 und 25 Millionen Dollar. Im Januar verkaufte er zudem einen Anteil an einem Vanguard-ETF im Wert von mindestens 5 Millionen Dollar.
Das Weiße Haus argumentiert, dass Trump persönlich keine Anlageentscheidungen trifft. Stattdessen verwalteten unabhängige Vermögensverwalter sein Vermögen gemäß Programmen, die anerkannte Indizes nachbilden. Die Trump Organization reagierte auf entsprechende Anfragen zunächst nicht.
Strukturell unterscheidet sich Trumps Vorgehen erheblich von seinen Vorgängern: Er hat seine Vermögenswerte nicht veräußert oder in einen unabhängig verwalteten Blind Trust überführt. Sein diversifiziertes Firmenimperium wird von zwei seiner Söhne geleitet und erstreckt sich auf Geschäftsfelder, die teilweise mit präsidialen Politikbereichen überlappen.
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